HCPI erklärt ...

Ein Glossar mit kurzen Einführungen und aufklappbaren Details.

Abbruch einer Runde und Berechnung des Score Differentials Eine unvollständige handicap-relevante Runde kann unter bestimmten Voraussetzungen trotzdem gewertet werden. Fehlende Löcher werden seit 2024 über ein Expected Score Differential berücksichtigt.

Wird eine handicap-relevante Runde vorzeitig beendet, kann das Ergebnis unter bestimmten Voraussetzungen trotzdem für den Handicap Index berücksichtigt werden. Entscheidend ist, ob der Abbruch aus einem anerkannten Grund erfolgt ist und ob die Mindestanzahl gespielter Löcher erreicht wurde. Seit der WHS-Revision 2024 werden nicht gespielte Löcher dabei grundsätzlich nicht mehr mit Netto-Par oder Netto-Doppelbogey ergänzt, sondern über ein Expected Score Differential rechnerisch berücksichtigt.

Anerkannter Abbruch

Ein unvollständiges Ergebnis kann handicap-relevant sein, wenn der Grund für den Abbruch anerkannt ist, etwa bei:

  • Gewitter oder sonstigen Wettergefahren
  • Platzsperrung
  • Krankheit oder Verletzung während der Runde
  • anderen von der Spielleitung oder dem Handicapausschuss anerkannten Umständen

Für eine 18-Löcher-Runde müssen dabei mindestens 10 Löcher gespielt worden sein. Für eine 9-Löcher-Runde müssen mindestens 9 Löcher gespielt worden sein. Werden bei einer 18-Löcher-Runde nur 9 oder weniger Löcher gespielt, entsteht daraus kein 18-Löcher-Ergebnis. Ein Loch gilt dabei bereits als gespielt, sobald es begonnen wurde. (DGV-Serviceportal)

Wie das Score Differential berechnet wird

Seit 2024 gilt bei einem anerkannten Abbruch folgendes Verfahren:

  1. Für die gespielten Löcher wird auf Basis der tatsächlich erzielten Loch-Ergebnisse ein Score Differential für den gespielten Teil der Runde berechnet.
  2. Für die nicht gespielten Löcher wird kein fiktiver Lochscore mehr eingetragen. Stattdessen ermittelt das System ein Expected Score Differential. Dieses basiert auf dem Handicap Index des Spielers und einer Anlage mit Standard-Schwierigkeit.
  3. Beide Werte werden anschließend zu einem vollständigen 9- oder 18-Löcher-Score Differential zusammengeführt. (USGA)

Das bedeutet: Bei einem anerkannten Abbruch wird nicht einfach für jedes nicht gespielte Loch ein Netto-Par oder Netto-Doppelbogey addiert. Stattdessen erfolgt die Ergänzung statistisch über das Differential, nicht über einen manuell angesetzten Lochscore. (USGA)

Rolle von Netto-Par

Netto-Par ist seit der Revision 2024 nicht mehr der Regelfall für nicht gespielte Löcher. Es darf nur noch in bestimmten Ausnahmefällen und nur mit Genehmigung der zuständigen Autorisierten Vereinigung verwendet werden. Als Beispiele nennen die offiziellen Klarstellungen insbesondere:

  • wenn der Spieler ein Adjusted Gross Score einreichen muss, einschließlich nicht gespielter Löcher
  • wenn ein oder mehrere Löcher wegen Bau- oder Pflegemaßnahmen längerfristig aus dem Spiel genommen sind und dies alle Spieler betrifft. (USGA)

Nicht anerkannter Abbruch

Wird die Runde ohne anerkannten Grund abgebrochen, ist das Ergebnis grundsätzlich nicht handicap-relevant. In diesem Fall kann der Handicapausschuss prüfen, ob ein Penalty Score in den Scoring Record eingetragen werden soll. (USGA)

Wichtig für die Praxis

Für Spieler und Turnierleitungen ist vor allem wichtig:

  • Nicht gespielte Löcher werden bei anerkanntem Abbruch hole-by-hole gekennzeichnet
  • Die Berechnung des fehlenden Anteils erfolgt automatisch im WHS-System
  • Die frühere Vorstellung „fehlende Löcher = Netto-Par“ ist seit 2024 nur noch eine Ausnahme, nicht mehr das Standardverfahren. (USGA)

Beispiel

Ein Spieler beendet eine handicap-relevante 18-Löcher-Runde nach 12 Löchern wegen Gewitters. Der Abbruch wird anerkannt.

  • Die 12 gespielten Löcher werden mit den tatsächlich erzielten Loch-Ergebnissen eingereicht.
  • Die 6 nicht gespielten Löcher werden im System als nicht gespielt gekennzeichnet.
  • Das Handicap-System berechnet daraus:

ein Score Differential für die 12 gespielten Löcher
plus ein Expected Score Differential für die 6 fehlenden Löcher

Angenommen, das System ermittelt:

  • Differential-Anteil aus den gespielten 12 Löchern: 10,1
  • Expected-Score-Differential für die 6 nicht gespielten Löcher: 2,3

Dann ergibt sich ein vollständiges 18-Löcher-Score Differential von:

10,1 + 2,3 = 12,4

Das Ergebnis 12,4 wird als Score Differential in den Scoring Record übernommen. Entscheidend ist dabei: Die Ergänzung erfolgt über das erwartete Differential, nicht durch das manuelle Einsetzen von Netto-Par oder Netto-Doppelbogey auf den fehlenden Löchern. (USGA)

Fazit

Bei einem anerkannten Abbruch wird das Score Differential heute über ein kombiniertes Verfahren ermittelt: tatsächliche Leistung auf den gespielten Löchern plus Expected Score Differential für die nicht gespielten Löcher. Netto-Par ist dafür nur noch in engen Ausnahmefällen zulässig. Wer den Score nach einem Abbruch korrekt erfassen will, muss deshalb die nicht gespielten Löcher kennzeichnen und die Berechnung dem Handicap-System überlassen.

Abbruch aus nicht anerkanntem Grund Wird eine Runde ohne anerkannten Grund abgebrochen, zählt sie nicht als handicaprelevantes Ergebnis. Es kann stattdessen ein Straf-Score eingetragen werden.
Bei nicht anerkanntem Abbruch ist die Runde nicht handicaprelevant. Der Handicapausschuss kann einen Penalty Score eintragen. Für Regel 5 bedeutet das: Es entsteht kein reguläres Score Differential aus dieser Runde.
All Square All Square bedeutet Gleichstand im Par/Bogey-Format. Das Ergebnis wird in feste Punkte umgerechnet.
Regel 5.1a: Bei 18 Löchern wird All Square als 36 erspielte Punkte gewertet, bei 9 Löchern als 18 Punkte. Diese Werte fließen in die Punkteformel zur Ermittlung des Score Differential ein.
Anteiliges Handicap Das anteilige Handicap reduziert das Course Handicap für bestimmte Spielformen oder Wettbewerbe. So werden Unterschiede fair ausgeglichen.
Je nach Format (z. B. Vierball, Scramble) wird ein fester Prozentsatz des Course Handicaps angesetzt. Die genaue Quote wird in Ausschreibungen und Verbandsvorgaben festgelegt. In der App wird das anteilige Handicap aus dem Course Handicap berechnet und angezeigt.
Außergewöhnliches Ergebnis Eine Runde gilt als außergewöhnlich, wenn ihr Score Differential deutlich unter dem aktuellen Handicap Index liegt. Dann wird der Index zusätzlich korrigiert.
Regel 5.9: Liegt das Score Differential 7,0 bis 9,9 Schläge unter dem Handicap Index zum Zeitpunkt der Runde, wird eine Korrektur von -1,0 angewandt. Liegt es 10,0 oder mehr Schläge darunter, beträgt die Korrektur -2,0. Die Korrektur wird zusätzlich auf die letzten 20 Score Differentials im Scoring Record angewandt und wirkt damit sofort, nimmt aber mit neuen Ergebnissen ab.
Birdie (Brutto/Netto) Brutto-Birdie bedeutet ein Schlag unter Par auf einem Loch. Netto-Birdie berücksichtigt die erhaltenen Handicapschläge.
Brutto-Birdie = Par - 1. Netto-Birdie = Bruttoergebnis minus erhaltene Schläge liegt einen Schlag unter Netto-Par. Netto-Ergebnisse sind für Stablefordpunkte und Par/Bogey maßgeblich.
Bogey (Brutto/Netto) Brutto-Bogey ist ein Schlag über Par. Netto-Bogey berücksichtigt die erhaltenen Handicapschläge.
Brutto-Bogey = Par + 1. Netto-Bogey = Bruttoergebnis minus erhaltene Schläge liegt einen Schlag über Netto-Par. Netto-Bogey ist eine zentrale Grenze für die Lochbegrenzung beim gewerteten Bruttoergebnis.
Course Handicap (CR) Das Course Handicap übersetzt den Handicap Index auf die konkrete Platzschwierigkeit. Es gibt an, wie viele Schläge ein Spieler auf diesem Platz erhält.
Formel: Course Handicap = Handicap Index × (Slope Rating / 113) + (Par - Course Rating). Das Ergebnis wird kaufmännisch gerundet. Regelbezug: Berechnung in Regel 6, Nutzung in Regel 5.1 für die Punkteformel.
Course Rating Das Course Rating beschreibt das erwartete Ergebnis eines Scratch-Spielers unter normalen Bedingungen. Es ist der Referenzwert für Score Differentials.
Für 18 und 9 Löcher existieren separate Werte. In Regel 5.1 wird es in die Formel für das Score Differential eingesetzt. Zusammen mit dem Slope Rating macht es Ergebnisse verschiedener Plätze vergleichbar.
CR-Korrektur (PCC) Die CR-Korrektur (PCC) gleicht ungewöhnliche Tagesbedingungen aus. Sie basiert auf einer statistischen Auswertung der Tagesergebnisse.
Regel 5.6: PCC kann -1, 0, +1, +2 oder +3 betragen (bei 9 Löchern jeweils zur Hälfte). Sie wird nur berechnet, wenn mindestens 8 handicaprelevante Ergebnisse vorliegen und gilt für Spieler mit Handicap Index bis 26,4. In der Score-Differential-Formel wird die PCC vom Ergebnis abgezogen: (Gewertetes Bruttoergebnis - Course Rating - PCC) × (113 / Slope Rating). Damit werden außergewöhnlich schwere oder leichte Spielbedingungen fair berücksichtigt.
Doppelbogey (Brutto/Netto) Brutto-Doppelbogey ist zwei Schläge über Par. Netto-Doppelbogey berücksichtigt erhaltene Handicapschläge und dient als Lochbegrenzung.
Brutto-Doppelbogey = Par + 2. Netto-Doppelbogey ist der Maximalwert, der in die Berechnung des gewerteten Bruttoergebnisses eingeht. Diese Begrenzung stabilisiert das Score Differential.
Eagle (Brutto/Netto) Brutto-Eagle bedeutet zwei Schläge unter Par. Netto-Eagle berücksichtigt die erhaltenen Handicapschläge.
Brutto-Eagle = Par - 2. Netto-Eagle = Bruttoergebnis minus erhaltene Schläge liegt zwei Schläge unter Netto-Par. Netto-Eagles wirken sich stark auf Stablefordpunkte und das Score Differential aus.
Erstmaliger Handicap Index Der erste Handicap Index entsteht aus den ersten eingereichten Ergebnissen und wird nach festen Regeln berechnet. Er kann bei Bedarf angepasst werden.
Regel 5.2a: Bei wenigen Ergebnissen wird der Index aus dem niedrigsten Score Differential plus Anpassung ermittelt (z. B. bei 3 Ergebnissen niedrigstes Differential minus 2,0). Falls der berechnete Wert über 54,0 liegt, wird auf 54,0 begrenzt. Der Handicapausschuss kann den Wert bei belegbarer Spielstärke anpassen.
Erspielte Punkte Erspielte Punkte sind die Summe der Stableford- oder Par/Bogey-Punkte einer Runde. Für die Handicapberechnung werden sie in ein Score Differential umgerechnet.
Regel 5.1: Für 18 Löcher gilt in Stableford/Par-Bogey die Formel (Par + Course Handicap - (Erspielte Punkte - 36) - Course Rating - PCC) × (113 / Slope Rating). Für 9 Löcher wird (Gesamtpunkte - 18) verwendet und die PCC halbiert.
Gewertetes Bruttoergebnis Das gewertete Bruttoergebnis ist das Bruttoergebnis einer Runde nach Anwendung der handicaprelevanten Begrenzungen. Es verhindert extreme Ausreißer auf einzelnen Löchern.
Es ist der zentrale Eingangswert der Zählspiel-Formel in Regel 5.1: (Gewertetes Bruttoergebnis - Course Rating - PCC) × (113 / Slope Rating). Dadurch fließt jede Runde fair in den Handicap Index ein.
Handicap relevant Handicaprelevant bedeutet, dass eine Runde in die Handicapberechnung eingeht. Sie muss den Vorgaben der Handicap-Regeln entsprechen.
Handicaprelevante Runden sind Voraussetzung für die Berechnung eines Score Differential (Regel 5.1). Die Kennzeichnung erfolgt bei Turnieren durch die Spielleitung oder bei registrierten Privatrunden durch den Spieler. Nur handicaprelevante Ergebnisse fließen in den Handicap Index.
Voraussetzungen für Handicap-relevantes Wettspiel Ein Wettspiel ist vorgabewirksam, wenn Platz, Setup und Spielbedingungen eine faire und systemkonforme Bewertung im WHS ermöglichen.

Ein handicap-relevantes Wettspiel (vorgabewirksam) liegt vor, wenn ein Golfturnier unter Bedingungen gespielt wird, die eine faire und systemkonforme Bewertung der Spielergebnisse im World Handicap System (WHS) ermöglichen. Maßgeblich ist dabei nicht der perfekte Platzzustand, sondern die Vergleichbarkeit der Ergebnisse mit der offiziellen Platzbewertung.

Grundvoraussetzungen

Damit ein Wettspiel handicap-relevant ist, müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

1. Offiziell bewerteter Platz

Der Platz muss über ein gültiges Course Rating und Slope Rating verfügen und in einer Konfiguration gespielt werden, die dieser Bewertung entspricht.

2. Gespieltes Layout entspricht dem Rating

  • Keine wesentlichen Verkürzungen oder Änderungen der Bahnen
  • Abschläge innerhalb der bewerteten Bereiche
  • Keine Ersatzlöcher oder veränderte Routings

3. Sommergrüns in regulärer Lage

  • Es muss auf regulären Grüns gespielt werden
  • Wintergrüns oder provisorische Zielbereiche sind unzulässig

4. Spielbedingungen „acceptable for handicapping“

Der Platzzustand muss eine realistische Abbildung der Spielschwierigkeit ermöglichen:

  • Grüns müssen sinnvoll bespielbar sein (Putten muss möglich sein)
  • Fairways müssen als solche erkennbar und durchgehend nutzbar sein
  • Witterungsbedingte Einschränkungen sind zulässig, solange sie keine systematische Verzerrung verursachen

5. Zulässige Platzregeln

  • Lokale Regeln wie „Besserlegen“ sind erlaubt, jedoch nur in begrenztem Umfang (z. B. auf kurz gemähten Flächen)
  • Übermäßige Erleichterungen, die das Spiel signifikant vereinfachen, sind nicht zulässig

Nicht zulässige Bedingungen

Ein Wettspiel ist nicht handicap-relevant, wenn wesentliche Voraussetzungen verletzt sind, insbesondere bei:

  • Nutzung von Wintergrüns
  • Stark verkürzten oder strukturell veränderten Bahnen
  • Umfangreichen provisorischen Lösungen
  • Platzbedingungen, die kein verlässliches Spiel (insbesondere auf den Grüns) zulassen

Einheitlichkeit des Wettspiels

Die Vorgabewirksamkeit wird durch die Spielleitung festgelegt und gilt immer einheitlich für alle Teilnehmer. Eine individuelle Entscheidung einzelner Spieler ist im Turnier nicht zulässig.

Ausgleich von Spielbedingungen

Abweichende Platz- oder Witterungsbedingungen werden nicht durch manuelle Anpassungen der Spielvorgaben kompensiert. Stattdessen erfolgt ein systemischer Ausgleich über den Playing Conditions Calculation (PCC), der nach Abschluss des Spieltages automatisch berechnet wird.

Fazit

Ein handicap-relevantes Wettspiel setzt voraus, dass der Platz in seiner Struktur und Schwierigkeit der offiziellen Bewertung entspricht und die Spielbedingungen eine faire und vergleichbare Ergebnisermittlung erlauben. Saisonale Einflüsse, insbesondere im Frühjahr, sind dabei grundsätzlich zulässig, solange sie diese Grundprinzipien nicht verletzen.

Handicap-Bremse (nationale Regelung) Die Handicap-Bremse begrenzt den schnellen Anstieg des Handicap Index und ergänzt die globale WHS-Logik.
In der Praxis basiert die Bremse auf den Mechanismen Soft Cap und Hard Cap aus Regel 5.8. Nationale Verbände können zusätzliche Vorgaben definieren. Ein Spieler kann auf Antrag die Bremse deaktivieren lassen, sodass Erhöhungen nicht begrenzt werden; die Entscheidung trifft der Handicapausschuss gemäß nationaler Vorgaben.
Handicap Index Der Handicap Index fasst die Spielstärke aus den besten jüngsten Ergebnissen zusammen. Er wird automatisch nach neuen Runden aktualisiert.
Regel 5.2a (weniger als 20 Ergebnisse):
  • 1-3 Ergebnisse: niedrigstes Score Differential minus 2,0.
  • 4 Ergebnisse: niedrigstes Score Differential minus 1,0.
  • 5 Ergebnisse: niedrigstes Score Differential ohne Anpassung.
  • 6 Ergebnisse: Durchschnitt der niedrigsten 2 minus 1,0.
  • 7-8 Ergebnisse: Durchschnitt der niedrigsten 2 ohne Anpassung.
  • 9-11 Ergebnisse: Durchschnitt der niedrigsten 3 ohne Anpassung.
  • 12-14 Ergebnisse: Durchschnitt der niedrigsten 4 ohne Anpassung.
  • 15-16 Ergebnisse: Durchschnitt der niedrigsten 5 ohne Anpassung.
  • 17-18 Ergebnisse: Durchschnitt der niedrigsten 6 ohne Anpassung.
  • 19 Ergebnisse: Durchschnitt der niedrigsten 7 ohne Anpassung.
Regel 5.2b (20 Ergebnisse): Durchschnitt der niedrigsten 8 der letzten 20 Score Differentials, gerundet auf ein Zehntel.
HCPI Aktualisierung Die Aktualisierung des Handicap Index erfolgt nach jeder eingereichten handicaprelevanten Runde. Dadurch bleibt der Index aktuell.
Regel 5.4 beschreibt die Aktualisierungshäufigkeit: Ergebnisse wirken bei der nächsten Berechnung, typischerweise täglich. Wird ein Ergebnis verspätet eingereicht, wird der Index dennoch neu berechnet und die PCC des Spieltags berücksichtigt.
HCPI für Wiedereinsteiger Wiedereinsteiger sind erfahrene Spieler, die nach einer längeren Pause zurückkehren. Der erste Index kann angepasst werden, wenn Vorleistungen bekannt sind.
Regel 5.2a erlaubt dem Handicapausschuss, den erstmaligen Handicap Index auf Basis bekannter Leistungsdaten anzupassen. So wird verhindert, dass ein erfahrener Rückkehrer zu hoch eingestuft wird. In der App wird die Anpassung als Hinweis bei der Indexhistorie angezeigt.
Hard Cap Der Hard Cap begrenzt den Anstieg des Handicap Index. Er greift, wenn der Abstand zum Low Handicap Index zu groß wird.
Regel 5.8: Nach Anwendung des Soft Cap darf der Handicap Index maximal 5,0 Schläge über dem Low Handicap Index liegen. Damit wird ein sprunghafter Anstieg verhindert, während Abwärtsbewegungen unbegrenzt möglich bleiben.
Low Handicap Index Der Low Handicap Index ist der beste Handicap Index der letzten 12 Monate. Er dient als Referenz für Soft Cap und Hard Cap.
Regel 5.7: Der Low Handicap Index wird über die letzten 365 Tage berechnet und fortlaufend aktualisiert, sobald neue handicaprelevante Ergebnisse vorliegen. Er bleibt auch dann relevant, wenn längere Zeit nicht gespielt wurde.
Maximum-Score Maximum-Score ist eine Zählspiel-Variante mit Lochbegrenzung. Zu hohe Schlagzahlen werden auf ein Maximalergebnis gekappt.
In Regel 5.1 wird Maximum-Score dem Zählspiel gleichgestellt. Die Begrenzung sorgt dafür, dass das gewertete Bruttoergebnis und damit das Score Differential nicht von einzelnen Ausreißern dominiert wird.
Par (Brutto/Netto) Brutto-Par ist der Referenzwert für ein Loch oder den Platz. Netto-Par berücksichtigt die erhaltenen Handicapschläge.
Brutto-Par ist die Platzvorgabe. Netto-Par = Brutto-Par + erhaltene Schläge. Netto-Par bildet die Grundlage für Stablefordpunkte und Par/Bogey. Regelbezug: Punkteformel in Regel 5.1.
Par/Bogey Par/Bogey bewertet jedes Loch gegen Par als gewonnen, geteilt oder verloren. Das Ergebnis wird in Punkte umgerechnet, um ein Score Differential zu berechnen.
Regel 5.1a: Für 18 Löcher gilt die Umrechnung: all square = 36 Punkte, +3 = 39 Punkte, -4 = 32 Punkte. Für 9 Löcher: all square = 18 Punkte, +3 = 21 Punkte, -4 = 14 Punkte. Diese festen Werte ersetzen Schlagzahlen bei der Berechnung.
Playing Handicap Das Playing Handicap ist das für einen Wettbewerb verwendete Handicap. Es basiert auf dem Course Handicap und eventuellen Spielfaktoren.
Regel 6: Playing Handicap = Course Handicap × Handicap-Faktor (z. B. 95 %) + (ggf. Anpassungen). Beispiel: Course Handicap 18, Faktor 95 % → 18 × 0,95 = 17,1, gerundet 17. Die Turnierausschreibung legt den Faktor fest. In der App wird das Playing Handicap aus den Wettbewerbsparametern berechnet und für Nettoergebnisse verwendet.
Plus-Handicap-Index Ein Plus-Handicap-Index liegt vor, wenn der Handicap Index negativ ist. In der Schreibweise wird er mit einem Pluszeichen gekennzeichnet.
Regel 5.2c: Ein negativer Index wird als Plus-Handicap bezeichnet und immer mit „+“ geschrieben. So bleibt die Darstellung eindeutig, auch wenn die rechnerische Vorzeichenlogik in Nettoformeln anders ist.
Score Differential Das Score Differential ist die normierte Bewertung einer Runde. Es setzt das Ergebnis in Beziehung zu Platzschwierigkeit und Tagesbedingungen.
Regel 5.1 (Zählspiel, 18 Löcher): (Gewertetes Bruttoergebnis - Course Rating - PCC) × (113 / Slope Rating). Für 9 Löcher gilt die entsprechende Formel mit 9-Löcher-Werten und halber PCC. Rundung: auf ein Zehntel, 0,5 wird aufgerundet; bei negativen Differentials wird in Richtung 0 gerundet (Regel 5.1c).
Scoring Record Der Scoring Record ist die gespeicherte Ergebnisliste eines Spielers. Er enthält alle handicaprelevanten Runden in chronologischer Reihenfolge.
Regel 5: Aus dem Record werden die besten Score Differentials für die Indexberechnung gezogen. Ergebnisse bleiben wirksam, bis sie aus den letzten 20 Einträgen herausfallen. Damit bildet der Record die Leistung über einen längeren Zeitraum ab.
Slope Rating Das Slope Rating beschreibt, wie stark die Platzschwierigkeit für Bogey-Spieler ansteigt. Es skaliert die Berechnung des Score Differential.
113 ist der Referenzwert. In der Formel wird mit (113 / Slope Rating) multipliziert, wodurch Ergebnisse verschiedener Plätze vergleichbar werden. Regelbezug: 5.1 (Score Differential).
Soft Cap Der Soft Cap dämpft einen schnellen Anstieg des Handicap Index. Er greift ab einem Abstand von mehr als 3,0 zum Low Handicap Index.
Regel 5.8: Liegt der neue Index mehr als 3,0 über dem Low Handicap Index, wird nur 50 % des zusätzlichen Anstiegs angerechnet. Beispiel: Low 18,0, neuer Index 21,8 → gewertet wird 18 + 3 + 0,5 × 0,8 = 21,4. Danach kann der Hard Cap greifen.
Stableford Stableford bewertet jede Bahn mit Punkten statt mit reinen Schlagzahlen. Die Punkte werden für die Handicapberechnung in ein Score Differential umgerechnet.
Regel 5.1: Für 18 Löcher wird (Par + Course Handicap - (Punkte - 36) - Course Rating - PCC) × (113 / Slope Rating) verwendet. Für 9 Löcher wird (Punkte - 18) eingesetzt und die PCC halbiert. So bleiben Punkteformate kompatibel.
Stablefordpunkte Stablefordpunkte vergeben pro Loch Punkte anhand des Nettoergebnisses. Sie werden zu erspielten Punkten addiert.
Übliches Schema: Netto-Par = 2 Punkte, Netto-Birdie = 3, Netto-Bogey = 1, Netto-Doppelbogey = 0. Die Summe fließt als Erspielte Punkte in die Formel aus Regel 5.1 ein. Die App zeigt die Punkte je Loch und als Gesamtsumme an.
Spielleitung Die Spielleitung organisiert Turniere und definiert, ob eine Runde handicaprelevant ist. Sie sorgt für regelkonforme Abläufe.
In Bezug auf Regel 5 stellt die Spielleitung sicher, dass Ergebnisse korrekt eingereicht werden und in den Scoring Record gelangen. So kann der Handicap Index zuverlässig aktualisiert werden.
Handicapausschuss Der Handicapausschuss überwacht die Handicapführung und kann Korrekturen vornehmen. Er greift ein, wenn Ergebnisse fehlen oder auffällig sind.
In Regel 5 spielt der Ausschuss eine Rolle bei außergewöhnlichen Ergebnissen (Regel 5.9) und bei der Festlegung des erstmaligen Handicap Index (Regel 5.2a). Er kann Anpassungen vorschlagen, um die Spielstärke realistisch abzubilden.
Unvollständige Runde Eine unvollständige Runde liegt vor, wenn weniger als die geplanten Löcher gespielt wurden. Ob sie zählt, hängt vom Abbruchgrund ab.
Regel 5.1: Eine Runde über mehr als 9, aber weniger als 18 Löcher kann als 18-Löcher-Ergebnis gewertet werden, wenn der Abbruch anerkannt ist. Bei weniger als 9 Löchern ist die Runde nicht handicaprelevant. Siehe auch Abbruch einer Runde und Berechnung des Score Differentials.
Vierball-Turnier Beim Vierball spielen zwei Spieler als Team, aber jeder spielt seinen eigenen Ball. Ergebnisse sind nur unter Bedingungen handicaprelevant.
Regel 5.10: Ein Einzelergebnis aus einem Vierball ist nur dann handicaprelevant, wenn es bestimmte Kriterien erfüllt (z. B. Ergebnis mindestens Netto-Par bzw. 36 Netto-Stablefordpunkte). In der App wird ein Vierball-Ergebnis nur dann als handicaprelevant markiert, wenn diese Bedingungen erfüllt sind.
World Handicap System / World Handicap Index Das World Handicap System (WHS) ist seit 2020 weltweit gültig. Es vereinheitlicht die Handicapberechnung über Ländergrenzen hinweg.
Vor 2020 gab es regionale Systeme, z. B. das EGA-Handicapsystem in Europa. Das WHS kombiniert die Ansätze zu einer globalen Methodik mit dem Handicap Index als Kernwert. Die Regeln 5 und 6 definieren die Berechnungslogik für die App.
Zählspiel Zählspiel ist die Spielform, in der jeder Schlag zählt und das Gesamtergebnis die Summe aller Schläge ist. Für die Handicapberechnung wird das gewertete Ergebnis genutzt.
Regel 5.1: Zählspiel umfasst auch Maximum-Score. Das gewertete Bruttoergebnis wird mit Course Rating und PCC verrechnet und anschließend mit dem Slope-Faktor skaliert. Das Ergebnis ist das Score Differential.
Handicapüberprüfung Eine Handicapüberprüfung stellt sicher, dass der Handicap Index die tatsächliche Spielstärke widerspiegelt. Sie kann zu einer Anpassung führen.
Regel 7.1a: Der Handicapausschuss prüft die Ergebnisse im Scoring Record und vergleicht den Trend der Score Differentials mit dem aktuellen Index. Ergibt sich eine systematische Abweichung (z. B. mehrere Differentials deutlich besser oder schlechter als der Index), kann der Index angepasst werden. Die Anpassung erfolgt als neuer HCPI-Wert und wird dokumentiert.
Registrierte Privatrunde Eine registrierte Privatrunde ist vorab als handicaprelevant angemeldet und wird mit Zähler gespielt. Sie zählt wie ein Turnierergebnis.
Der Spieler registriert die Runde vor dem Start und hält die Vorgaben zur Ergebnisbestätigung ein. Das Ergebnis fließt in den Scoring Record und in die Berechnung des Handicap Index ein.
HCPI Anpassungswunsch Ein Anpassungswunsch ist der Antrag, den Handicap Index aufgrund besonderer Umstände anzupassen. Er wird durch den Ausschuss geprüft.
Regel 7.1a: Der Handicapausschuss bewertet die Anfrage und kann den Index erhöhen oder senken, wenn die aktuelle Bewertung die Spielstärke nicht korrekt abbildet. Entscheidungen werden dokumentiert und im HCPI-Verlauf sichtbar gemacht.
Penalty Score Ein Penalty Score ist ein vom Handicapausschuss eingetragener Straf-Score, wenn ein Ergebnis fehlt oder Regeln nicht eingehalten wurden.
Regel 7.1b: Der Ausschuss kann fehlende Ergebnisse nachtragen oder einen Penalty Score erfassen. In der Praxis wird ein Penalty Score als gewertetes Bruttoergebnis ermittelt, bei dem nicht gespielte Löcher mit Netto-Doppelbogey bewertet werden. Beispiel: Gespielt 12 Löcher, 6 Löcher fehlen, pro fehlendem Loch zählt Netto-Doppelbogey. Daraus wird das vollständige gewertete Bruttoergebnis gebildet und anschließend ein Score Differential berechnet. Der Penalty Score fließt in den Handicap Index ein.
HCPI Außerkraftsetzung Eine Außerkraftsetzung setzt den Handicap Index vorübergehend außer Kraft, z. B. bei gravierenden Regel- oder Meldeverstößen.
Regel 7.1c: Der Handicapausschuss kann den Index deaktivieren, wenn die Integrität des Scoring Records nicht gewährleistet ist. In der App wird der HCPI als inaktiv gekennzeichnet, bis eine Wiederzuerkennung erfolgt.
HCPI Wiederzuerkennung Die Wiederzuerkennung stellt den Handicap Index nach einer Außerkraftsetzung wieder her, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.
Regel 7.1d: Der Handicapausschuss setzt den Index wieder ein, sobald die erforderlichen Ergebnisse vorliegen und die Regeln eingehalten wurden. Der HCPI wird dann regulär weitergeführt.
Turnierausschreibung Die Turnierausschreibung definiert Format, Abschläge und Handicap-Regeln eines Turniers. Sie bestimmt, ob ein Ergebnis handicaprelevant ist.
Sie legt u. a. fest, ob die Runde als handicaprelevant gewertet wird, welche Tees gelten und wie das Playing Handicap aus dem Course Handicap abgeleitet wird (z. B. 95 % Vorgabe). Damit beeinflusst die Ausschreibung direkt die HCPI-relevante Berechnung.